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T h e I n n e r V i e w
D i e i n n e r e S i c h t
L o s g u a r d o
i n t e r i o r e


ist eine höchst beachtenswerte Ausstellung, die am 27. Januar 2013, dem 68. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, in Bologna von 12 Künstlerinnen und Künstlern - drei Generationen zugehörend - aus Deutschland zusammengebracht, eröffnet und gezeigt wird.
Diese Ausstellung ist gewidmet der Erinnerung an das, was in Auschwitz geschah, diese unfaßbare Gewalt von Menschen gegen Menschen, Gewalt gegen ausgegrenzte, ausgelieferte, geschundene, zuletzt ermordete Menschen. Vor dieser Vernichtungstat, die mit der Organisationsgründlichkeit eines totalitären Staates und mit der erschütternden Präzision industrieller Abläufe durchgeführt wurde, versagt alles letztgültige Begreifenwollen und jeder Versuch der Beschreibung durch Sprache.
Künstlerisches Begreifen hat andere Möglichkeiten, das Unfaßbare zu berühren, weil es durch Symbole kommuniziert, weil es in inneren Räumen, Räumen des Ahnens und der Intuition, der Träume und Albträume stattfindet, weil es Mittel des Nach-Bildens und der Expression hat – weil es Aspekte einer inneren Sicht, die sehr wohl mit Gefühlen verbunden ist, „nach außen“ bringen kann, um diese Sicht in einen Dialog zu bringen, Resonanzen hervorzurufen, andere innere Sichtweisen zu ermutigen: Aspekte des Schauens und Fühlens auf das Unfaßbare, das da geschah, wirklich geschah.
Der Titel die innere Sicht ist mit großem Bedacht gewählt, signalisiert er doch die eigenen, persönlichen, subjektiven, authentischen Zugangsweisen, die wir brauchen, die diese Welt 68 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz braucht, um mit dem Verstehen weiterzukommen, über die gewohnten und bewährten Formen und Symboliken des Gedenkens hinaus hin zu einem selbstgefundenen Verstehen, als annäherndes Berühren des Unfaßbaren.
Auch die Wahl des Ortes, Bologna, ist von Bedeutung, da dies die Stadt und Region der "Partigiani" ist, der italienischen Widerstandsbewegung des tosco-emilianischen Apennins, welche wie kaum eine andere in Italien unter der brutalen Gewalt des Nazi Regimes und der deutschen Wehrmacht zu leiden hatte. In diese Stadt nun kommen Künstler und Künstlerinnen aus Deutschland mit ihren künstlerischen Gestaltungen zu Auschwitz, das als Leidenswirklichkeit zur Chiffre für all diese Gewalt des sog. „Dritten Reiches“ wurde. Ein mutiger Gang ist das, geboren aus der persönlichen Betroffenheit und aus der entschlossenen Einsicht, daß ein solcher Weg gut ist.

Und die Zeit ist reif für einen solchen Weg und eine solche Werkschau, aus zweierlei Gründen: Zum Einen ist gerade in den letzten Jahren viel geschehen an Aufbruch und Befreiung hin zu neuen, offeneren Formen der Erinnerung. Lange Zeit haben die Nachgeborenen, die Angehörigen der sog. „Kriegsenkel“- Generation, die Erinnerung ihrer Eltern (der „Kriegskinder“) mitgetragen, auch ihre Formen der Abwehr, Vermeidung und Verleugnung. Vieles davon wird jetzt deutlicher, direkter aufgearbeitet. 68 Jahre nach Kriegsende sind Schuld und Scham, Schmerz und Angst, sind die Erschütterungen der Seelen nicht mehr derart übermächtig, daß die Nachgeborenen weiterhin in der Gefangenschaft der Erfahrungen ihrer Eltern verbleiben müßten. Vieles kann jetzt klarer benannt werden an Schuld und Täterschaft, an Leid und Opferschaft (ohne, das ist deutlich zurückzuweisen, das eine mit dem anderen „aufzurechnen“).

Dadurch wird der Blick, die innere Sicht, frei für die Nachgeborenen auf das, was das Berührtwerden durch das Leid von Auschwitz und den Wahnsinn, der sich dort zeigte, in uns auslöst, auch - und das ist das Zweite, das zum Zeitpunkt, zum Kairos, dieser Ausstellung zu sagen ist - in Hinblick auf eine Gegenwart, die von einer anderen, verwandten aber nicht vergleichbaren Art von Wahnsinn, Gewalt und Friedlosigkeit durchzogen ist. Sich dem Meer von Leid der Shoah anzunähern, heißt, ein Geschehen des Wahnsinns und des abgründig Bösen (oft verborgen unter Biederkeit und Pflichtgemäßheit) zu gewahren. Daß immer noch Anhänger des Hitler-Faschismus in Deutschland ihr Unwesen treiben, gedeckt oder ignoriert vom Deutschen Verfassungsschutz, ist ein Teil des Wahnsinns unserer Gegenwart, dies aber wie ein anachronistisches Symptom für eine viel größere, umfassende Situation der globalisierten Gewalt und des Unfriedens. Ich scheue mich nicht, als Psychohistoriker in Hinblick auf das inzwischen weltumspannende System marktradikaler Ökonomie von einem Kriegszustand zu sprechen, dem täglich zig Tausende von Menschen ausgeliefert sind und zum Opfer fallen. Ebenso ist die Drohung eines weltweiten Krieges mit Massenvernichtungswaffen keinesfalls mit dem Ende des Kalten Krieges obsolet geworden.

Auch deshalb, weil die Gegenwart nur auf dem Grund der wahrgenommenen und erinnerten Vergangenheit zu verstehen und zu verantworten ist, darf der Strom des Gedenkens und der nachgehenden Zeugenschaft nicht abreißen. Daß jetzt der Weg frei ist für ein persönlicheres, vielleicht empathischeres Annähern an Auschwitz, ist eine bedeutsame Einsicht, die hier und heute zu dieser Ausstellung geführt hat.

Es sind, wie gesagt, Aspekte einer inneren Sicht, die hier zusammengetragen werden. Keiner und keine kann eine Ganzschau der Wirklichkeit erzeugen, aber einzelne, persönliche Sichtweisen können das Gemeinte berühren, das Unfaßbare. Ein gemeinsamer Weg wird beschritten, beweglicher als das Statuarische und Statische der gewohnten Erinnerungskultur (die als zuverlässiger Turnus offizieller Begängnisse ihr eigenes Recht hat). Auch alle Aspekte miteinander fokussieren nicht zu einer letztgültigen Gesamtschau – aber jeder Aspekt enthält wie das Bruchstück eines Hologramms die Spuren des Ganzen in sich. Es kann nicht um eine „objektive Feststellung“ zu Auschwitz gehen – aber um eine Verhältnissuche dazu, um eine Beziehungs(auf)nahme, und dies im Miteinander all derer, die sich nicht abwenden sondern zuwenden wollen, demgegenüber, was unfaßbar bleibt, aber vielleicht doch berührbar wird.

Jeder Aspekt der inneren Sicht ist ein solcher Akt der Zuwendung und des Berührens und darin des Sich-berühren-lassens, zunächst und vor allem vom Schicksal der Menschen, die der Gewalt von Auschwitz zum Opfer fielen. Akte der authentischen, liebevollen Empathie sind es, die zu den Werken dieser Ausstellung geführt haben. Wenn ich im folgenden versuche, diese Gestaltungen mit wenigen Sätzen zu würdigen, so geschieht dies eingedenk der Tatsache, daß auch meine Worte nur unvollkommene Annäherungen an meine subjektiven, fragmentarischen Wahrnehmungen sein können.

© Bernd Nielsen 2012

     
  LOSTPerso,

perso nello spazio, nel tempo, persa la forma, il vigore, ma anche i limiti, i confini con gli altri, la perdita di strutture sicure e amate, persa la strada da seguire, la porta da aprire e rimasto solo con la maniglia in mano...un momento di grande fermento, crisi ed occasione...
La nuova parentesi artistica nella ricerca del pittore tedesco Anno Matthias Henke passa ora dall' esplorazione del figurativo, dalla pittura narrativa, dalla cronaca onirica dipinta con tutta la passione e l'amore per la stratificazione cromatica casuale accompagnata, anzi plasmata in un poetico sistema pittorico concreto, a farsi trasportare dal libero gioco dei materiali.
Tela, oli, acqua e colori, gravitazione e calore diventano casuali determinanti chiamati a piacere dall'artista sul palco della creazione a cui lui stesso sarà sempre di più spettatore anzi, diventa una specie di “ Tool”, uno strumento dell'arte.
Henke sa di trovarsi con ciò in buona compagnia tra gli artisti dell'Espressionismo astratto e dell'Informale. Minimi interventi grafici qua e là ci ricordano la mente artistica, scompigliata ma amabile e un po' impaurita dalle sterminate possibilità creative, la quale cerca di non perdere “grip” nell’infinito.
I mondi che nascono così si sottraggono in gran parte all’ancora diffuso postulato dell'Arte come impegnata e contestualizzata. 'LOST' è un dente cariato che cade, ci ricorda che alla fine il bello ed il vigore saranno concetti molto relativi nel tempo...e ciò fa MALE!

Luigi Dati
 
   
  Flesh

di Chiara Serri

Era il fatidico 1968 quando Andy Warhol produceva “Flesh”, primo titolo della trilogia diretta da Paul Morrissey e prima pellicola ufficialmente distribuita dalla Factory. Un film che, a distanza di anni, sorprende più che per la scabrosità dei temi, per il modo in cui gli stessi vengono raccontati, lasciando ampio spazio all’improvvisazione.
Non a caso, l’artista tedesco Anno Matthias Henke sceglie di raccogliere sotto questo titolo le sue opere recenti, certo in riferimento alla carne (flesh) e allo scenario apocalittico di una città in disfacimento, ma anche e soprattutto in relazione al gioco di parole che facilmente si crea con il termine “Flash”, che indica invece la parte preliminare di un’opera, raccolta in un lampo di luce rapido quanto un’idea.
Rispetto alla produzione precedente, estremamente densa e stratificata, i dipinti realizzati tra il 2009 ed il 2010 sembrano, infatti, aprire ad una nuova modalità espressiva, ad un incedere pittorico in cui il colore lascia trasparire gradualmente la tela e lo stadio germinale dell’opera, nonostante il tema e le pennellate siano estremamente pesanti.
Città immaginarie ma per nulla irreali, metropoli post-atomiche che rimandano alla cinematografia espressionista e al mondo del fumetto. Nella pittura di Henke la natura è, infatti, assente o scheletrita, mentre lo scenario urbano diventa l’inquietante habitat “naturale” di un uomo profondamente solo ed alienato. Un paesaggio, spesso indefinito, che in alcuni casi risulta riconoscibile per l’introduzione di elementi emblematici - il Muro di Berlino, la Statua della Libertà - che conferiscono un volto alla città, anche se in fondo queste megalopoli, come del resto quelle reali, si assomigliano tutte, senza distinzioni tra Berlino, New York o la Metropolis di Fritz Lang.
La figura umana, il più delle volte di spalle, senza volto o mascherata, non rappresenta un singolo individuo, ma tutta l’umanità, vittima e artefice di quelle scelte sconsiderate che hanno messo in crisi il rapporto tra uomo e natura. Come dicevamo all’inizio, però, pur nell’ambito di una visione sostanzialmente negativa della società contemporanea, l’opera si apre allo spettatore con una scelta cromatica gridata e vitale, intima espressione di una volontà di denuncia, ma anche di una sottile speranza, che si respira nel battito d’ali di una farfalla.
Tutti elementi che, come spiega l’artista, nascono dalle macchie, dagli spruzzi e dai pigmenti acquosi stesi sulla tela assecondando il caso, poi sottoposto a manipolazione consapevole. Dopo una prima fase in cui il gesto esprime l’inconscio ed il sogno, un po’ come avveniva nei celebri frottages di Max Ernst, il caso viene direzionato e l’olio si sovrappone alla base, dando forma agli edifici e alle figure che dominano la scena.
Una ricerca in cui i colori diventano suoni, gli incastri e le sovrapposizioni ritmo, perché Anno Matthias Henke è certo pittore, ma anche noto musicista, autore di vari progetti Punk, Alternative e Wave, documentati da numerose pubblicazioni discografiche. Del resto, lo stesso Kandinskij, quando ne “Lo spirituale dell’arte” descriveva la propria pittura sembrava parlare piuttosto di un brano musicale con “lotte di toni, l’equilibrio perduto, principi che decadono, inattesi colpi di tamburo, grandi domande, aspirazioni apparentemente insensate, impulso e nostalgia e desiderio in apparenza lacerato, catene e vincoli distrutti che uniscono, opposti e contraddizioni”.

 
  Black Box, di Anno Matthias Henke Black Box, di Anno Matthias Henke,
dal 9 Luglio all’8 Agosto 2010, presso le stanze dello Scalo San Donato

Venerdì 9 luglio a partire dalle ore 20:30 gli spazi espositivi del terzo piano dello Scalo San Donato ospitano Black Box, la mostra che raccoglie gli ultimi lavori dell’artista tedesco Anno Matthias Henke.

Black Box è il dispositivo che si trova all’interno di un velivolo e serve per registrare tutto quello che succede, tutti i movimenti e le mosse del mezzo in questione e del pilota durante il percorso. In caso di disastro il Black Box ci da la possibilità di ripercorrere ciò che è successo e trovare magari il perché di una disgrazia. Così come Anno Matthias Henke si percepisce come un cronista che fissa quello che succede o che vede attorno a se, allo stesso modo il suo linguaggio e le sue tele corrispondono all’ “eventogramma”, le lastre sulle quali è scritto ciò che è successo, codificato e filtrato attraverso la sua concezione di forma e cromaticità e attraverso le sue radici culturali ed artistiche che possono essere ritrovate nell’espressionismo astratto e nel surrealismo come anche nelle “Neue Wilde” degli anni ‘80. “La mia è una pittura istintiva e spesso del forte gesto, non mi interessa la perfezione del disegno, mi interessa il gesto, la postura delle mie figure che parla di come stanno e cosa vivono” – dichiara l’artista protagonista di Black Box e prosegue – : “Le mie “lastre” spesso riproducono il mondo urbano, metropolitano, l’uomo nel suo ormai naturale habitat, spesso ambientato nelle zone marginali, lungo il muro (di Berlino), sobborghi, lontano dal glamour e dalla ricchezza, zone abbandonate, i “banlieue” delle nostre metropoli. Un ricercatore in un lontano futuro, che studi le mie “registrazioni” Black Box, forse potrebbe capire cosa fosse successo a noi o come abbiamo vissuto” e conclude: “D’altronde la mia pittura sicuramente non è del tutto materialista o realista, si avvale sempre anche di elementi onirici, a volte gli scenari sono apocalittici però c’è sempre una codificazione del mondo che mi circonda.”

Maria Grazia Canu
 
  Sabato 29 agosto alle 17.30 si inaugura la mostra personale dell'artista Anno Matthias Henke.

Il neologismo Entronauta, che dà il titolo all'esposizione, rimanda a colui che viaggia alla ricerca di Sé, dentro al proprio subconscio. In occasione del vernissage, le opere di Henke sono presentate dalla sua curatrice, la narratrice d’arte Adriana M. Soldini.
Attento osservatore di quello che lo circonda, particolarmente sensibile alle tematiche sociali e ambientali, Anno Matthias Henke ha scelto l’immagine di un esploratore che indossa una tuta protettiva anticontaminazione con maschera anti-gas e ne ha fatto il suo alter ego.
L’artista non ha segreti per lo spettatore che decide di seguirlo e gli permette di intravedere tutti gli step del suo procedere artistico: dalla preparazione della tela all’impressione di sagome industriali e materiale di recupero; dagli ampi passaggi di dripping alle pennellate tradizionali; dalle spatolate all’uso di bombolette di vernice.
Ogni viaggio ha il suo ritmo e questo è frenetico. Henke lo compie a tempo di rock, come quello inciso in dieci anni di carriera. Le note della musica che ascolta mentre dipinge vengono imprigionate sulle tele e pare di vederle muoversi nei colori dello sfondo con lo stesso ritmo spasmodico dei led di un equalizzatore grafico.

Venerdi 11 Dicembre 2009 ore 19,30



Carissimi Amici,
come vi avevo anticipato ecco il nostro Primo appuntamento con le tavole rotonde di SpazioBlue. Il progetto Blue-Blab, (Blab tradotto significa conversazioni) si prefigge di divulgare l’arte contemporanea attraverso salotti di discussioni dove curatori ed esperti del settore racconteranno la loro visione sull’arte invitando per l’occasione un artista stimato. Per questo primo appuntamento A.M Soldini, narratrice d’arte, ci racconterà o meglio ci narrerà la sua visione sul contemporaneo percorrendo i tratti salienti del percorso del giovane artista, Anno Matthias Henke. SpazioBlue con questo progetto vuole ritagliare un momento di riflessione per chi ama l’arte il tutto accompagnato da un buon calice di vino e tanta tanta tanta voglia di chiacchierare d’arte in the city. “Le ultime opere di Anno Matthias Henke sono rischiarate da una luce che presuppone un uso più moderato dei colori scuri rispetto alla produzione precedente. I molteplici strati che caratterizzavano la complessità del suo procedere artistico si sono ridotti e la pittura diradata. Anno vuole lasciar ancor più intravedere la struttura casuale del fondo. Si perdono le definizioni, diventa quasi una metafora della vita, quando si smarriscono le linee di riferimento, i confini, e una cosa diventa un’altra. È la fragilità dell’uomo a essere in primo piano. I suoi protagonisti indossano una tuta protettiva o si vedono di spalle con lo sguardo a terra, soli dinnanzi a un notturno urbano, quando il senso di solitudine trova facile preda nei cuori e un male oscuro provoca una mancanza di lucidità che crea combattimenti immaginari, affrontati con un mitra o una chitarra. Loro, dipinti sulla tela, non possono che apparirci come contemporanei Don Chisciotte, intrisi di malinconico romanticismo”.

A.M. Soldini, Narratrice d’Arte
 
  NACHTFLUG

Die Geschichte ist bemerkenswert und wahr: Anno Matthias Henke fliegt in seinen nächtlichen Träumen durch Metropolen und sieht klar auf die Wirklichkeit, auf die Vielschichtigkeit des Lebens in den Städten. Während er träumt, weiß er, dass er träumt. „Helltraum" wird diese Erfahrung in der Psychologie genannt, ein Zustand zwischen Wach- und Traumbewusstsein, erinnernd an die Traumgesichte der Visionäre und Propheten. Was Henke schaut und sensitiv einfühlt, läßt ihn nicht los, drängt darauf gemalt zu werden. So kommt es zu seinen Bildern, große Leinwände, immer größer werdend, die er mit souveränen, nie abgeschlossenen, explorativen malerischen Mitteln zum Leben erweckt. In vielschichtigen Texturen „organisiert" er Farbe, wie er sagt. Der kreative Schaffensprozeß, in dem Layer um Layer, Schicht um Schicht geformt wird, ist ihm wichtig: zu malen eben, Farbe zu formen zu erkennbaren Chiffren, zu mehrfach kodifizierten Sinnbildern von Gemeintem und Geahntem. Henke weiß sich in einer Linie mit Künstlern wie Gerhard Richter, Daniel Richter oder Peter Doig, die sich zum Malerischen bekannten. Als Installations- und Videokunst das Obsolete der Malerei behaupteten. Daß Henke sich in seinem Werdegang auch mit konzeptioneller Kunst, mit der Symbolsprache der Popart und den Mitteln informeller Malerei auseinandergesetzt hat, kommt jetzt der Vielfalt seiner Ausdrucksmittel zugute.

Surreal ist diese Malerei, geträumt eben mit der großen Verführungskraft ansehnlicher Traumgebilde, die uns in ihren Bann ziehen. narrativ ist diese Malerei, sie wagt es, nicht nur figurativ und konkret zu sein, sondern eine Traumsprache zu sprechen. Geschichten zu erzählen über das Leben in den Städten, über besondere Momente, die Schicksale beleuchten, deutlich und allegorisch zugleich. Und Geschichte selbst wird anschaubar als eine Schicht dieser Leinwände, die noch dem proklamierten „Ende der großen Erzählungen" (Lyotard) es wagen, wieder Erzählbares vor Augen zu führen, nicht als Historiengemälde, aber als Chiffren einer Zeitsituation, die sich auch zeigt in Augenblicken beachteter Lebensgeschichten, die nicht nur beschaubar, sondern auch zu spüren sind.

Expressiv, und das ist ein weiteres Bemerkenswertes dieser Kunst, ist die Malerei Henkes, durch ihre Farbkraft, ihre chromatische und emotionale Energie, ihre tiefe Subjektivität, ihre Zentriertheit im Seelischen des Künstlers und seiner empathischen Sicht auf das Leben. Ruch von Schönheit ist zu reden, eine gelungene Formensprache und ein überzeugendes Kolorit zeigen meisterhaftes Können, das sich mit dem Bedeutungsvollen dieser Bilder verbindet.

Es gibt einen für mich entscheidenden Grund, weshalb ich Anno Matthias Henke eingeladen habe, sein Werk in einer Altonaer Kirche im Rahmen eines Kulturdialogs zu präsentieren. Das Bild "Nachtflug", das als programmatisch für die Ausstellung gewählt wurde, zeigt es: Eine Figur, die an einen Engel erinnert, beschaut mit ruhigem Blick die Lebensszenen einer Großstadt. Es fallen einem die Engel Damiel und Gassiel aus Wim Wenders Film "Der Himmel über Berlin" ein, die lautlos und unsichtbar umherstreifen und Augenblicke des Lebens wahrnehmen und bewahren. „Respekt" ist die Haltung, die sich damit verbindet, was wörtlich übersetzt (respicere) „zurückschauen" bedeutet. Der Soziologe Richard Senett hat unlängst darauf hingewiesen, wie wichtig das Respektiertwerden, das Beachtet-und Geschätztwerden ist, für die einzelnen Menschen und für die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Und der Gott der Bibel ist ein Gott, der die Menschen mit respektvollem und liebevollem Blick anschaut. Es geht um die Würde jedes einzelnen Menschenlebens. Dieser respektvolle, würdeheilende Blick ist auch im malerischen Werk Anno Matthias Henkes sichtbar und spürbar.

Bernd Nielsen
(Kurator der Ausstellung)



Irene Zangheri zu Anno Matthias Henke anlässlich der Austellung Nachtflug
am Goethe-Institut Bologna am 16. Mai 2008 Der Weg Anno Matthias Henkes, eklektischer Künstler deutscher Herkunft - Musiker und Maler – äussert sich in der fortwährenden Suche nach Perfektion und formaler Reinheit die es verstehen, mit der Farbe zusammen zu leben.
Sein künstlerischer Weg hat sich auf sehr kohärente Weise entwickelt, ausgehend von einer Analyse der Welt die uns umgibt, hat Anno Matthias Henke sich mit vielen verschiedenen Themen auseinandergesetzt, von gegenständliche Sujets wie Landschaften, über Körpern, bis hin zu einer sehr viel mehr psychologischen und konzeptuellen Sicht, immer gefiltert durch eine eigenständige, introspektive Vision der Dinge und immer im kontinuierlichen, experimentellen Fluss von Bildern und unterschiedlichsten Techniken wie Zeichnung, Malerei, digitale Fotografie und Installationen...
Seine malerische Formung erfährt er im Atelier der Mutter, der Künstlerin Annegrete Henke-Reinarz, und im Folgeneden über das Studium der deutschen Expressionisten denen er sich zu tiefst verbunden fühlt, Infiltration, an die man durch die starke chromatische Aufladung welche Henke’s Arbeiten charakterisieren, immer erinnert wird. Er hat deutsche Künstler gesehen wie Franz Marc, August Macke und Schmidt-Rotluff, Max Ernst den Surrealisten...Charakteristik die wir in Henke’s Arbeiten wiedertreffen denn wie Ernst, nutzt er intensiv das Spiel des Zufälligen und schafft so doppeldeutige und surreale Situationen....Mitte der 1980ger Jahre entdeckt er H.R. Giger und seine Biomechanoiden und beginnt mit Air-Brush zu experimentieren, eine Phase, die sicher tiefere surrealistische Spuren hinterlässt als Dalì oder De Chirico dies vermöchten.

In der gegenwärtigen Kunst schaut er auf Maler wie Daniel Richter, Albert Ohlen und Gerhard Richter, (letzteren wegen der starken Spannung zwischen Realität als Sujet des Gemalten und der Realität, die durch das Gemalte selbst entsteht), Jörg Immendorf oder Markus Lüpertz und die Neuen Wilden aber auch auf die italienische Transavanguardia und deren Vertreter wie Francesco Clemente, Mimmo Paladino oder Sandro Chia wegen ihrem Stil des betont starken Zeichens.

Das Thema „ Nachtflug“ in dieser Einzelausstellung ist eine Betrachtung des Sujets „ Stadt“ denn heute, so Henke, sind die Städte bereits zur natürlichen Umwelt des Menschen geworden, denn für diesen, weitab seiner Wurzeln, ist das künstliche Ambiente bereits realer als sein natürliches Ambiente, so weiter der Künstler. „Nachtflug“ entsteht aus einer persönlichen Erfahrung bezüglich eines wiederkehrenden Traumes, einer körperlichen Erfahrung in welcher der Körper kein Gewicht mehr hat, Schwerelos in der Luft gleitet und in diesem Zustand zwischen den Gebäuden umherstreifen und in die Intimität der Menschen blicken kann.
Henke hält es für richtig von dieser Emotion zu berichten um zu unterstreichen das auch die Nacht eine wichtige Phase des Tages ist, die bei Tag verborgen bleibt. Auf seiner Suche vermittelt Henke eine narrative Malerei, versucht Emotionen zu schreiben, reale Geschichten zu erzählen und sie auf Leinwand wieder zu geben, denn, so Henke, trotz aller Infiltrationen aus der Traumwelt hat letzten Endes alles seinen Ursprung in der Realität. Er möchte erreichen, dass der Betrachter ihn auf seinem Weg begleitet, in einer Art von psychologischem Download, Städte die uns empfangen aber auch zurückweisen, die durch menschliche und architektonische Schichtungen hindurch intime und ironische Augenblicke enthüllen. Die architektonischen Konstruktionen Henke’s sind Mauern die, wenn auch lautlos in ihrer Existenz, Geräusche vermitteln, einen Klang, ein Rätsel, eine Hoffnung. Ich zitiere in diesem Zusammenhang den Wenders Film „ Der Himmel über Berlin“, in dem die beiden Engel Damiel und Cassiel, lautlose Protagonisten der Geschichte, nicht wahrnembare Wesenheiten die unsichtbar für die Bevölkerung in der Stadt umherstreifen und die Berliner beobachten, sehen, Realität aufzeichnen und festhalten, Augenblicke des Lebens bewahren.
Auf die gleiche Weise macht Anno Matthias Henke eine zutiefst analytische Erkundung ohne dabei ins Banale abzugleiten und macht dies mit einer von ihm selbst entwickelten, äusserst eigenständigen Technik, die als Basis die Ölmaltechnik hat, eine Technik die es ihm erlaubt Transparenzen und Nuancen einzufangen die das transportieren was er vermitteln möchte. Hier kommt somit auch eine Reflektion über die rein malerischen Ausdrucksmittel zum Vorschein, zehn Leinwände die uns von diesen solitären menschlichen Identitäten erzählen, Henke’s Städte sind menschliche Ansiedlungen von grosser Anziehungskraft die bewusste und unbewusste Dinge verbergen, sind Stadtkörper und die Leinwand selbst wird ein lebendiger Körper der Gefühle vermittelt.

Irene Zangheri






























 
  Artjournal gennaio 07
ANNO MATTHIAS HENKE
L'UNIVERSO EROTICO


Il corpo nuova tematica dell'artista tedesco che presenta sette dipinti ad olio di grandi dimensioni al Matusel. Fino al 22 gennaio. Tales of love, hope and confusion, è il titolo della personale di Anno Matthias Henke.
La mostra, in programma al Matusel (Via Bertoloni, 2) è visibile fino al 22 gennaio 2007.In mostra sono presenti sette dipinti ad olio di grandi dimensioni, Tales of love, hope and confusion è una ricerca sulla confusione e la diversità umana e animale, che appartiene all'universo erotico maschile e femminile.
Si tratta di visioni essenziali di corpi che giocano, che si azzerano nella trasparenza dei colori e della luce, simbolicamente giocati su due toni, il caldo e il freddo ed il cui risultato si legge attraverso forme che sostengono precise evocazioni immaginative.
La metafora è rivolta ad un erotismo più sublime che non è solo carnale.
Anno Matthias Henke, artista eclettico, nato a Marburg, Germania, ha una sua ricerca artistica intensa che porta avanti da tempo; si è formato all'Accademia di belle Arti di Colonia e nei suoi dipinti si ispira ad una visione essenziale e surrealista, che si rivolge direttamente alla mente dello spettatore, come lui stesso sostiene "...se non riesco a muovere qualcosa nello spettatore non ho fatto un buon lavoro... "

Irene Zangheri
 
  FantArte - la collezione 2006
Il "Gatto blu” di Anno Matthias Henke risale al 1999, ed è rappresentativo del suo personalissimo stile pittorico che alterna a produzioni di orientamento scultoreo tridimensionale. Attraverso una elegante maniera pittorica, precisione esecutiva ed uno squisito decorativismo, la figurazione magico-realista si dispiega in una prospettiva piatta che tuttavia racchiude indizi di profondità segrete attraverso tagli sottili e cavità conchiliformi. Queste opere risultano vibranti, per le soluzioni tecniche adottate, e vitali, per il privilegio dei colori primari, sopratutto il blù.

Isabella Falbo
 
  HEROES - Matusel Art-Project 2003
Se le produzioni artistiche per dirsi aggiornate devono avere la capacità di suscitare riflessioni sulla società contemporanea, il nuovo orientamento artistico di Anno Henke risponde precisamente a questa occorrenza. L'energia della temperie culturale attuale, fonte di sconvolgimenti emotivi e sociali, diventa motivo di ispirazione creativa. Nelle tele tridimensionali di Henke, l'arte come lingua universale, esprime le dinamiche sociali avvalendosi di una simbologia recuperata dall'immaginario quotidiano dai colori forti carichi di impulsi. Il cinismo, frutto di una delusione, di una ferita antichissima, diviene logica di lavoro, mezzo per resistere ad una realtà in delirio, modo per scatenare reazioni profonde. L'aspetto esecutivo e tecnico prevede l'innesto di interventi pittorici, oggetti di scarto quotidiano, applicazioni plastiche in materiali poveri che, risemanticizzati, danno luogo ad un sistema artistico carico di simbologia.

Isabella Falbo (Bologna)
 
  Promenade d’October (...) Es ist in gewisser Weise der ästhetische Einführungsversuch in das neue Jahrtausend. Der bewußte Gedanke, der dem , was sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts entwickelt eine historische Unvermeidbarkeit zuerkennt. Ein pfadfinderisches Schicksal, daß in Zukunft unerheblich bleiben mag, vielleicht aber auch von bedeutsammer avangardistischer Fasson sein wird und das auf Bewährtem basierend ein Ausgangsmodell bildet. Ein Zeitgenössischer ver sacrum , reformuliert auf dem Prinzip neue mögliche intellektuell-ästhetische Heimstätten entstehen zu lassen, ganz nach dem Grundsatz des Tieres welches sich seinen Ort zum Ruhen wählt und zur unbewussten Geburt der Identität, die von der zukünftigen Gemeinschaft gestützt wird. Eine offenkundige Synestetik mit der Befähigung des Künstlers. Und hier mag man an Giacometti denken. An die intensive Faszination des Ereignisses, attraktiv und seherisch, an das Beunruhigende eines homme qui marche nahe an der Konzeption dieser „ Promenade „ und der unsere gegenwärtige syntetische Vorstellungskraft mit der magischen Idee des Nichts verführt. Es ist die ästhetische Reorganisation der Abwesenheit, die auf eine unmißverständliche Weise die schon undefinierbare Anwesenheit des biologischen Menschen mit dem automatisierten Erfahren des Alltäglichen verknüpft. Ein Heer von Nichtqualität dem es bewusst ist, etwas zu sein was im Gange ist, Stimulanz und Provokation für die kommenden, unsterblichen Gemeinschaften der Kunst die hier mit uns leise spazieren, in diesem Oktober zwischen Casier, Marburg und Termoli. (...)
Anno Matthias Henke è simbologia del futuro. Il caravaggesco ragazzo morso dal ramarro ritorna in forma critica e soggettiva per rendere piena potenzialità discorsiva e lirica alla formula scatenata dalle sincerità delle opere. Segni onorevoli che tracciano sulla convenzione del simbolo gli indizi criptografici del discorso collaterale a quanto il codice comunitario predispone a priori. L’ assiomatico è in questa forma artistica fuggevole e sottile. Una strutturale qualità comunicativa dell’arte infilata tra gli interstizi della struttura precostituita e apparentemente quotidiana come gocce d’acqua mattiniera nelle fessure del sistema comunicativo universale. Codici ed Emblemi, strisce e stelle, croci, reti trasformati dalla sola forma in urli umanitari. Cuori stretti nella morsa della contemporaneità che marciano tra geometrie euclidee come pensieri logici e oltrepassano il confine del simbolo incontrando la curvatura cosmica che entra fin dentro l’anima dando vita a quanto normalmente è paralizzato dalla marcia progettuale rinvigorendolo con la rappresentazione riflessiva della camminata come fotosintesi adattata alle imposture e simulacri contemporanei a dire che Qualunque cosa il mondo vuole essere comunque vive è continua a muoversi verso la propria naturale progressione e il proprio respiro esistenziale nella rete dell’ignoto.

Antonio Picariello

   
   

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